Liebe Karin!
Gerade sind wir vom Roque zurückgekommen, ich hatte nicht gewusst, dass die sich soviel Zeit für uns geben, wir haben fast alles gesehen und einen zweistündigen Vortrag bekommen. Auf die Türme kommt man mit einem Aussenaufzug, wie ihn bei Euch die Fensterputzer haben, da hatte ich ziemlich Schwindelprobleme, trotzdem war es ein Erlebnis, das wir nicht vergessen werden, vor allem für Antonio, einen Freund aus Garafia, der bis jetzt kaum was von der Welt gesehen hat, aber dort oben jeden Fleck von früher her kennt. Eingeladen waren wir von dem holländischen Team, das neben den Schweden dort die Sonne beobachtet. Falls es Dich interessiert, kannst Du ja mal bei dot.astro.uu.nl im Internet schauen…

Das finde ich ja gerade so schön mit Dir, dass Du mich ernst nimmst und magst, auch wenn wir einen ganz verschiedenen Lebensstandard haben und eigentlich aus 2 Welten kommen. Ich kann gut verstehen, dass unser Haus für Dich nicht vermittelbar ist, und es ist ja auch viel besser so. Aber dass wir trotzdem befreundet sind, ist anscheinend schon was Besonderes und bereichert bestimmt die Sichtweise, und dafür bin ich dankbar.
So geht es mir auch immer mit den Festen hier, da eintauchen zu dürfen lässt einen mehr erleben, als auf langen Reisen, man hat eine völlig andere Welt gesehen, die doch genau vor der Tür ist. Am wohlsten fühle ich mich immer in meinem kleinen Paradies hier, da muss ich garnicht raus, aber jetzt gerade möchte ich dem Alban auch was bieten und bin froh, wenn ihm nicht langweilig ist und wir so spezielle Sachen erleben.

Heute habe ich herausbekommen, dass es in diesem kleinen Haus, in dem wir gestern waren, tatsächlich jeden Tag Essen gibt “für alle, die vorbeikommen”. Es ist ein Treffpunkt für die Ziegenhirten, die lang- oder kurzfristig keine Frau haben, die für sie kocht, dann kocht immer abwechselnd einer von denen, ist doch toll, oder?
Und sambala heisst es, ganz ohne h, es kommt aus Brasilien und steht tatsächlich in keinem Lexikon, aber es hat was mit Samba zu tun, also hat sich das auch geklärt. Übrigens habe ich, wie Du siehst, jedes Programm, das ich mir nur denken kann, und besoffen haben wir uns eigentlich auch nicht gestern, der Wein ist halt sehr stark, und ich bin das nicht gewohnt. Die haben wunderschön gesungen gestern, nicht dieses Kneipengegröhle, wenn Du das meinst. Soweit die Geschichten von Garafia.

Jetzt gibt es die Mercadillo-Website auch in Deutsch und sogar mit aktuellem Veranstaltungskalender ((wobei die Sprungfedermatraze ja wohl ein Trampolin sein soll), Brian arbeitet schnell und zuverlässig, wie Du siehst. Heute habe ich die Ketten für Dich ausgewählt, aber Alban hat es nicht besonders eilig mit seinem Rückflug, und ich werde ihn sicher nicht drängen.
Die Opernsänger, die Ende Juli kommen, wollen unbedingt hierher, natürlich vor allem wegen dem Klavier, das sie täglich zum Üben brauchen. Ich hoffe, Du geniesst Dein Leben!
Du wolltest Blumenfotos, das ist genau mein Fall. Im Anhang schicke ich Dir eine Probe. Irgendwann möchte ich gerne das Nashorn im Tijarafe-Barranco fotografieren.
Liebe Grüße, Antje